Bairische Verabschiedung – Grußformeln zum Abschied2018-10-31T12:13:43+02:00

Bairische Verabschiedung – Grußformeln zum Abschied

Die bairische Verabschiedung ist, ebenso wie die Begrüßung, ein wichtiges Thema. Was sagt man in Bayern zum Abschied? Seien Sie vorsichtig mit „Tschüss“! Damit können Sie unter Umständen in einem Augenblick sämtliche Sympathien verspielen, die Sie mühsam erworben haben. Wobei es gerade bei diesem Beispiel in der heutigen „Multikulti-Gesellschaft“ nicht mehr so streng gehalten wird wie früher.

Pfiat di oder pfüat di bedeutet (es) behüte dich (Gott). Ältere Semester sprechen von Haus aus die komplette Grußformel pfiat di Gott / pfüat di Gott aus. Wobei letztere auch als Ausdruck von Enttäuschung, Ärger oder Verwunderung dienen kann, z.B. „pfiadde God, schmeckt des greislich!“ oder „pfiat di Gott, etz steign s‘ scho wieder ab!

Das etwas unpersönliche pfia Gott oder pfüa Gott – (es) behüte Gott kann sich sowohl an einzelne als auch mehrere Personen richten. Pfia Gott beinand, pfiat eich oder pfüa Gott beinand, pfüat eich – (es) behüte euch miteinander (Gott) ist ebenfalls an eine Gruppe gerichtet. Pfiat di oder pfiat eich wird gerne mit einem Zusatz ergänzt „kimm guad hoam“ oder „kemmts guad hoam“ – komm gut nach Hause / kommt gut nach Hause oder schaug amoi wieder vorbei – schau mal wieder vorbei sowie lassts eich amoi wieder seng – lasst euch mal wieder sehen etc.

Pfiat eahna / pfüat eahna – (es) behüte Sie (Gott) lautet die höfliche Verabschiedung von sowohl von einzelnen als auch mehreren Personen.

(Auf) Wiedaschaun / Wiederschaun – Wiedersehen ist ein höflicher, neutraler Abschiedsgruß, den man zum Beispiel beim Einkaufen oder beim Verlassen eines Restaurants oft hören kann.

Das etwas freundschaftliche, saloppe Servus, das Sie bereits bei der Begrüßung kennen gelernt haben, ist auch bei der Verabschiedung anwendbar. Wörtlich übersetzt heißt „Servus“ Diener, Sklave und war im 18. Jahrhundert im Wiener Hofzeremoniell gebräuchlich, von wo aus es sich weiter verbreitet hat.

Und am Abend beim Verlassen eines Lokals oder vor dem Zubettgehen verabschiedet man sich mit einem Guadnacht – gute Nacht!