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Buchstabe N

na [na]

1dann, daraufhin, nachher (...wo geh ma iatz na hi?) 2denn, tatsächlich (...hod des na gstimmt?)

naa [nà:]

nein (naa, iatz mog i ned...)

Naachad, die [Nà:chàd]

Nähe (kimm ma du bloß ned in d'Naachad, sonst daschlog i di...)

nab (Adv.) [nå:] (no)

hinab, hinunter (u.a. gebräuchlich in der Region Ingolstadt: geh in Keller nab und hol a Bier rauf!)

nacheinand
nacheinander
(Adv.) [nåchànand(à)]

nacheinander (...i kann euch nur nacheinand drannehmen!)

nachert (Adv.) [na:chàd]
nachher (Adv.) [na:chà]

danach, dann (...wos dean ma nachad?), hernach (zerst glaubst allweil ned, was ma dir sagt und nachert schaugst recht deppert...)

nachgehen [nå:chge:]:
etwas geht jmdm. nach

man kann etwas nicht vergessen; man kommt über etwas nicht hinweg (dass ihr Bub verunglückt ist, geht ihr immer noch nach...)

nachgeraten [nå:chgrå:dn/nå:chgrå:n]

in Aussehen oder Wesen (u.U. beides) einem Vorfahren ähneln; nachschlagen (...der Bua is seim Vater nachgraten [nå:chgrå:n]...)

nachhin (Adv.) [nå:che]

hinterdrein, hinterher (des kimmt davo, wenn ma an jedn Rock nacherennt...)

nachmaulen [nå:chmauln]

immer das letzte Wort haben; frech, trotzig nachäffen

Nachmittag, der [Namedå:g]

Zeit zwischen Mittag und Abend

nachschauen [nå:chschaung]

nachsehen

Nachspeis, die [Nå:chschbais]

Nachtisch

Nacht, die [Nåchd]:
auf die Nacht [aufdnåchd

abends, am Abend (i kimm erst auf d Nacht wieder hoam...)

bei der Nacht = nachts, in der Nacht

so blöd, hässlich, wie die Nacht finster = extrem blöd, hässlich

nachtarocken [nå:chtaroggn]

eine eigentlich bereits erledigte Angelegenheit wieder aufgreifen (meistens, um dann weiter zu sticheln oder streiten)

nachteln [nàchddln]

dämmrig werden, Nacht werden (...nach der Zeitumstellung im Herbst nachtelts scho um fünfe.)

Nachtessen, das [Nåchdessn]

Abendessen

Nachthaferl, das [Nåchdhàfàl

Nachttopf

Nachtkastl, das [Nåchkàssdl]

Nachtkästchen, Nachttisch

nachtragert (Adj.) [nå:chdrå:gàd]

nachtragend

nackeln [nàggln]

1locker sein, wackeln (...der Zahn nackelt.) 2beben, zittern vor Angst oder Kälte (...frierts di a so? Du nackelst ja!) 3rütteln (...hab i so lang am Hoftürl gnackelt, bis mi oaner ghört hat.) 4etwas so lange drehen oder hin- und herbewegen, bis es locker ist (...ham ma so lang an dem Pflock gnackelt, bis ma n rausziagn ham kenna.)

Nackerbätzi, das [Naggàbäzze]

Nackedei, nacktes kleines Kind

Nackerfrosch, der
[Naggàfro:sch]
Nackerfroscherl, das
[Naggàfroschàl]

Nackedei, nacktes kleines Kind

nackert (Adj.) [naggàd]

1nackt, unbekleidet 2kahl, schmucklos (...a so a nackerte Fassaden schaut nach nix aus!)

Nackerte, die [Naggàde]

1Wurstsorte ohne Haut, die der Weißwurst zum Verwechseln "gleichschaut". 2"15:0-Sieg" beim Watten (ham ma eich scho wieder a Nackerde naufghaut...) 3„Nackerte“ san a Koatn, de si beim Mischn umdrahn (zumindest beim Schafkopfn) Vorschlag und Original-Definition zu 3 von Benedikt aus München

nadeln [nå:dln]

nähen

nafetzen [na:fezzn]

dösen, leicht schlafen

Nahderin, die [Nà:dàrin]

Näherin (d'Nahderin machts kürzer...)

nageln [nå:gln]

koitieren (zerst warns beim Tanzen, dann hat er s gnagelt...)

Nagelwurz, die [Nå:glwuàzz]

weicher, vom Nagelwulst bedeckter Teil des Nagels

Nagerl, das [Nà:chàl/Nà:gàl]

Gewürznelke

Nam, der [Namm]
Nama, der [Na:mà]

Name

nameln [nàmmen]

jmdn. mit Schimpf- oder Spottnamen belegen (Fettwanst hams mi jeden Tag gnamelt...)

Nannerl [Nànnal]

Koseform von Johanna

Narr, der [Narr]:
jmdn. fürn Narren halten

jmdn. irreführen, täuschen, veralbern; jmdn. zum Narren halten

Narrenhaus, das [Narrnhaus]

Irrenanstalt, Irrenhaus, psychiatrische Klinik

narrert (Adj.) [narràd]

1verrückt (z'Haar draußt san de Narrerten...) 2lustig, närrisch 3wütend, zornig (wennst no amoi an Sechser in Religion hoambringst, machst me narrad...)

narrisch (Adj.) [nàrisch]

1unvernünftig, verrückt (...bist du narrisch, so a teuers Auto?) 2faschingsmäßig, karnevalistisch 3gierig, versessen auf etwas (...der is weibernarrisch!) 4geisteskrank, irr 5wütend, zornig

narrisch (Adv.) [nàrrisch]

äußerst, sehr (d Autos san narrisch teuer...)

nasch (Adj.) [nàsch]

närrisch, verrückt (i.d. Oberpfalz gebräuchlich)

Nasenbeni, der [Nå:snbe:ne]

Mensch mit stattlicher Nase

Nasenrammel, der [Nå:snràmme]

Popel; Stück verkrusteter Nasenschleim

Nasenspitzel, das [Nå:snschbizzl]

Nasenspitze

Nasentröpferl, das [Nå:sndrepfàl]

an der Nasenspitze hängender Tropfen klares Nasensekret; Nasentröpfchen

Nasenwuckerl, das [Nå:snwuggàl]

Popel; Stück verkrusteter Nasenschleim

Nasenwuzi, der [Nå:snwu:ze]

Popel; Stück verkrusteter Nasenschleim

Nasenzwicker, der [Nå:snzwiggà]

Ahornsamen

Nasenzwickerbaum, der
[Nå:snzwiggàbà:m]

Ahorn

nasert (Adj.) [nåsàd]

mit einer großen Nase ausgestattet (hacklnasert, hochnasert, spitznasert)

naslang (Adv) [nå:slang] :
alle naslang

sich in kurzen zeitlichen Abständen wiederholend

Nassel, die [Nassl]

Assel, Kellerassel

nasseln [nàssln

1leicht regnen, nieseln (heid nasslts wieder den ganzn Tag a so dahi...) 2nässen (Wunde)

nass neingehen [nå:s näige:]

in Bedrängnis (aller Art) geraten (wennst die Arbat kriagst, kanns da ned nass neigeh...)

Nast, der [Nassd]

Ast (ausnasten = ausästen)

natzen [nazzn]

dösen, leicht schlafen

nauf (Adv.) [nauf]

hinauf

naufschießen [naufschiàssn]

jemanden mit Worten treffen, verletzen (...zum Schluss hob i eahm no a Gscheite naufgschossn!)

naus (Adv.) [naus]

hinaus (...schaugts, dass's nauskemmts, Bagage!)

nausgehen [nausge:]

1hinausgehen 2ausgehen, enden (...wia isn des Spui nausganga?) 3gelingen (...wurscht, was der duad, dem geht oiss naus.)

naushauen [naushaun]

1jmdn. entlassen, ausweisen (nach dem Spiel hams eahnan Trainer nausghaut...) 2vergeuden, verschwenden (Geld, Reserven, Vorräte)

nauspulvern [nausbuivàn]

Geld verprassen (...as Geld nauspulvern, des konnst!)

nausreden, sich
[nausre:dn/nausre:n]

Ausflüchte, Ausreden gebrauchen

naussehen, sich [naußäng]

positive/negative Aussichten haben (s'Haus is abzahlt, iatz sehgn ma uns wieder naus! - I siehg mi nimmer naus vor lauter Schulden...)

nausstampern [nauschdàmmbbàn]

hinauswerfen, verjagen, vertreiben

nauszahlen [nauszåin]

einen finanziellen Anspruch (z.B. Abfindung, Erbe) ausbezahlen

nauszu (Adv.) [nauszuà]

hinaus nach..., in Richtung... (...nauszua nach Egling.)

Naz [Nà:z]
Nazi [Nà:ze]

Kurz-/Koseform von Ignatius/Ignaz

neamad [nmàd]
neamads [nmàds]
neamd
[nmmd]

keiner, niemand ("Heid kimmt ma neamd mehr in mei Bett!" hod die Liebesdame gsagt, wia's Feierabnd macha woit.)

Nebelreißen, das [Nä:weraissn]

Eine besondere Wetterlage: das Aufreißen von Nebelfetzen und tief hängenden Wolken ist begleitet von feinstem Regen (kein Nieselregen)

nebennaus [ne:mnaus]:
nebennaus gehen
[ge:]

fremdgehen, untreu werden

ned [ne:d]
neda
[ne:dà]

nicht

Negerkuss, der [Nä:gàkuss]

Mohrenkopf

Negermusik, die [Nä:gàmu:se]

abfällig für: Jazz, lateinamerikanische, afrikanische Rhythmen; oft auch für englischsprachige Lieder

neich (Adj.) [naich]

neu (...host neiche Schuah kriagt?)

neiden [nain]:
nichts zu neiden sein
[nix znain säi]

zu bedauern, bemitleiden sein; nicht zu beneiden sein (d Huabarin is aa nix z'neidn mit ihrm krankn Mo...)

Neidhammel, der [Naidhàmme]

neidischer Mensch

Neigerl, das [Ngàl]

Neige, die; Rest des Inhalts eines Gefäßes, Getränkerest

nein (Adv.) [näi]

hinein (geh nei und bsetz an Platz...)

neinbatzen [näibàzzn]

hineinzwängen (in die Hosn muaß i mi mit Gwalt neibatzn...)

neinessen [näiessn]

gierig, wahllos essen; in sich hineinstopfen (...iatz isst wieder so lang durcheinand nei bis d speibst!)

neingehen [näige:]

1hineingehen, betreten 2hineinpassen, Platz haben (mehr wie 200 Leut gengan net in den Saal nei...)

Neingeschmeckte, der
[Näigschmeggdà]
(Hineingeschmeckte, der)

1Zugezogener, (unerwünschter) Neuzugang 2Dilettant, unqualifizierte Person

neinhauen [näihaun]

1jmdm. eine Ohrfeige verpassen, eine runterhauen (...i hau dir glei a paar nei!) 2hinfallen, stürzen (...da hat s mi in Dreck neighaut.)

neinlassen, jmdn. [näilassn]

jmdn. drangsalieren, schikanieren (...bei der Bundeswehr ham s uns oft gscheit neilassn.)

neinreden [näiredn/näire:n]

1dreinreden, sich einmischen 2auf jmdn. einreden (...in oaner Tour redst in den Buam nei, es hilft doch nix!)

neinschmecken
[näischmeggà]
(hineinschmecken)

hineinriechen, hineinschnuppern (in etwas hineinschmecken = nur am Rande, unverbindlich an etwas teilnehmen)

neintappen [näidabbm]

in eine Falle hineintappen, auf jmdn/etwas hereinfallen (da bin i sauber neitappt...)

neintauchen: jmdn. neintauchen [näidauchà]

jmdn. in Schwierigkeiten bringen (...da hast mi sauber neitaucht, du Dreckhammel!)

neintun [näidoà]

beimengen, dazutun (...was hast denn da neidoa, dass's gar so gräuslich schmeckt?)

neubacken (Adj.) [naiba:chà]

frisch gebacken

Neuhauser Strass [Naihausàschdrass]: da fehlt es um die ganze Neuhauser Straße

etwas passt nicht richtig (zu groß oder zu klein); ein Abstand ist zu weit oder zu gering... (die Schuah san zgroß, da fehlts um die ganz' Neuhauser Strass...)

neulich (Adv.) [naile]

kürzlich, vor kurzem (neili war ma im Kino...)

neulings (Adv.) [nailings]

kürzlich, vor kurzem

neumodisch (Adj.) [naimodisch]

brandaktuell (Technik), modern (des neumodische Glump...)

Neuner, der [Näinà]

1die Neun (Zahl/Ziffer) 2Volltreffer beim Kegeln (alle Neune)

nia (Adv.) [n]

nie

niad [nd]

nicht (hör auf, des duad ma niad...)

nia ned [nned]

niemals nicht, auf gar keinen Fall

Nick [Nigg]
Nickl [Niggl]

Kurz-/Koseform von Nikolaus

nieder (Adj.) [ni:dà]

niedrig

niederhocken, sich [ni:dàhoggà]

sich setzen, hinsetzen (...hock di nieder, sei ned zwider!)

niederlegen, sich [ni:dàleng]

sich schlafen legen; hinlegen (...hab i mi aufs Kanapee niederglegt.)

da legst di nieder (...und stehst nimmer auf) = Ausruf des Erstaunens

niedersitzen, sich [ni:dàsezzn]

sich setzen, hinsetzen

nießen [nssn]

niesen (wenn jemand niest, wünscht man ihm in Bayern: helf dir Gott [häifdàGod])

Niete, die [Nddn]

1Niete, Metallbolzen 2Versager; unfähiger Mensch 3Los, das keinen Gewinn bringt

Nietenhosen, die (Sg.) [Nddnho:sn]

veralteter Ausdruck für Jeans

nigelnagelneu (Adj.) [niglnåglnai]

absolut neu; nagelneu

Nikolo, der [Nigglo]

Nikolaus

nimmer (Adv.) [nimmà]

nicht mehr, nie mehr

ninderst (Adv.) [nindàschd]

nirgends

Nischel, der [Nischl]

Kopf, Schädel

nix (Pron.) [nix]

nichts

nixig (Adj.) [nixig]

minderwertig, nichtig, nichtsnutzig (du Hund, du nixiger...)

nixn [nixn]

nichts (doppelte Verneinung: nix net)

Nixnutz, der [Nixnuzz]

nichtsnutziger Mensch

no (Adv.) [no]

1noch (...magst no a Halbe?) 2nur (dua no so zua, dann werst as scho sehgn...)

no (Adv.) [nå:] (nab)

hinab, hinunter (gebräuchlich u.a. im Großraum Ingolstadt - geh in Keller no und hol Kadoffen rauf...)

noblig (Adj.) [no:blig]

freigebig, großzügig, nobel

nochmal [nomåi]

noch einmal, nochmals

Nocken, die [Noggn]

dümmliche, eingebildete, launische Frau (fade Nocken...)

Nockerl, das [Noggàl]

1längliches Teigklößchen als Suppeneinlage (Grießnockerl, Lebernockerl) 2Salzburger Nockerl (Eierschaumspeise)

no ja [noja]

na ja, nun ja

not (Adj.) [no:d/noud]

dringend erforderlich, nötig, notwendig (...es daad not, dass ma an Garten giassn; ...a gscheits Essen wär jetzt not)

Notari, der [Noddà:re]

Notar (auf gehts zum Notari...)

notig (Adj.) [noudig]

1arm, armselig, dürftig, elend (des san notige Leut, dene leidts ned amal a Auto.) 2geizig (der notige Hund zahlt dir koa Halbe Bier...)

Notnickl, der [Noudnigl]

1armer Schlucker 2Geizhals, Geizkragen

Notscherl, das [No:dschàl]

1mühsam zusammengespartes Geld, Notgroschen (...mit unsere paar Notscherl könn ma uns koan Umbau leisten.) 2geringes Gehalt, niedriger Verdienst (...mit dene paar Notscherl, die i verdien, konn i mir koa größers Auto leisten.)

notwendig [nodwendig/noudwendig]:
es notwendig haben

sich wichtig machen; wichtigtuerisch auftreten (mei, der hats wieder notwendig heut...)

no zu [noz]

nur zu, nur weiter so (...dua no zua a so, na werst as scho sehgn!)

nüber (Adv.) [ni:wà/nü:wà]

hinüber

nuckeln [nuggln]

saugen

nudeldick (Adj.) [nu:dldigg]

dick, mollig, rundlich

Nudelwalgler, der [Nu:dlwåiglà]
Nudelwalker, der [Nu:dlwåiggà]

Nudelholz, Teigroller

Nuller, der [Nullà]

Null

num (Adv.) [numm]

hinüber (geh amoi zum Wirt num und hoi a Bier...)

Nummerer, der [Nummàrà]

Nummer, die (...den Nummara konn ma se guad merkn.)

nunter (Adv.) [nunnddà]

hinunter, nach unten zu (vom Sprecher weg)

nunterdrucken [nunnddàdruggà]

viel essen, gierig in sich hineinschlingen

nunterschweiben
[nunnddàschwoàm]

hinunterspülen

Nuss, die [Nuss] (Plural: Nuss od. Nussen)

Nuss, Nüsse (heuer gibts vui Nussn...)

Nusshörnchen, das [Nusseàndl]

Nusshörnchen, Nusscroissant

nussen [nussn]

1jemandem Kopfnüsse verpassen (...unser Lehrer selig hod uns immer gscheit gnusst.) 2verhauen

Nut, die [Nd]

Ausfräsung; längliche Vertiefung in einem Werkstück

 

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Copyright © Bayrisches Wörterbuch 2011

 


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