Vor 20 Jahren, als ich selbst noch aktiv Tanzmusik gemacht habe, war das "Brautverziehen" der absolute Höhepunkt einer jeden Hochzeit. In früheren Zeiten wurde die Braut in ein anderes Lokal "entführt". Der Hochzeiter musste sie suchen und mit unzähligen Flaschen Wein auslösen. Unentwegte haben mit der Braut eine regelrechte "Odyssee" durch mehrere fremde Wirtschaften unternommen, um dem Bräutigam oder "Brauterer", wie man früher auch gesagt hat, die Suche möglichst zu erschweren. Wenn man Gerüchten glauben darf, soll bei diesen „Ausflügen“ sogar die ein oder andere „Sünde“ passiert sein. Meist waren die „Kidnapper“ sehr gute Bekannte oder Freunde der Braut... (Ich selbst habe auch einige Bräute entführt – mehr verrat I ned! Hǻst ghört, vastehst!?! ) Dieser Brauch kam jedoch im Laufe der Jahre ab, weil die jeweiligen Wirte, die den ganzen Hochzeitstag ausrichteten, das schnelle Geschäft mit dem vielen Wein selbst machen wollten. Zudem bedeutete es auch eine große Gefahr, wenn nach dem „Brautverziang“ die Hochzeitsgäste mehr oder weniger stark alkoholisiert ins Auto stiegen und zum Hochzeitslokal zurückfuhren. Gerade wegen des (meist sehr) hohen Alkoholkonsums kommt das Brautverziang mehr und mehr ab oder wird nur noch "sehr soft" durchgeführt.